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(wB) Die wB-Jugend der TSG Wiesloch gewinnt das internationale Handballturnier „Hanse Cup 2019“ in Hamburg!

Eigentlich sollte dieses Turnier über die Osterfeiertage als Belohnung zum Abschluss der wB-Jugend-BWOL-Saison 2018/19 dienen. Die Vorfreude war zunächst groß, doch am Abreisetag kam man zur der Erkenntnis, man fährt mit einem Team von nur 7 Mädchen zu diesem international hochkarätigen Turnier nach Hamburg. Auf Grund der zu erwartenden starken Teams aus anderen Ländern alles andere als gute Vorzeichen für die Reisegruppe aus Wiesloch. Wie sich Jedoch später herausstellen sollte, war die Leistung der „SIEBEN“ genau wie das Wetter über das gesamte Osterwochenende überragend und nur mit Sonnenschein überflutet.

Nach der individuellen Anreise am Karfreitag trafen sich alle Spieler inklusive Eltern um 13:30 Uhr am Sportforum in Bergedorf zum Check-In. Vorrundengegner der TSG Wiesloch beim Hanse Cup am Ostersamstag waren: Groene Ster (NL), Handbalschool Zuid-Limburg (NL), Bergische HC (D) und das Team vom Gastgeber SG Bergedorf VM (D). Nachdem alle Formalitäten vor Ort geklärt waren, begab sich das Team zur Unterkunft, dem A&O Hostel Hamburg City, welches zum Domizil für die Spielerinnen der TSG Wiesloch für die nächsten Tage erklärt wurde. Nach dem alle sich in ihren Unterkünften eingerichtet hatten, traf man sich zur Lagebesprechung und zum gemeinsamen Abendessen vor Ort. Früh wurden nach der langen Anreise die Schlafgemächer aufgesucht, weil es am nächsten Morgen um 8:30 Uhr bereits Frühstück gab und um 9:15 Uhr dann Abreise mit der S-Bahn in Richtung Spielstätte Sporthalle Sander Tannen angesetzt war.

Bei herrlichem Wetter bezog man Quartier in der Sporthalle und bereitete sich auf die erste Begegnung gegen den Gastgeber aus Bergedorf vor. Alle Teams waren eine Wundertüte, daher wäre ein guter Turnierstart für das Selbstvertrauen der „SIEBEN“, natürlich optimal. Im zahlreichen Publikum gab es erstaunte Gesichter, als die TSG mit nur 7 Akteurinnen das Spielfeld betrat. Doch was diese Crew zu leisten vermag, mussten dann gleich die Gastgeber erfahren. In der Spielzeit von 25 Minuten, dominierten die Gerbershagen-Schützlinge ihren Gegner nach Belieben. Das war für die Mädels ein gelungenes Warm-Up für das was dann noch folgen sollte. 13:3 so stand es nach gespielten 25 Minuten und ab dem Zeitpunkt war jedem der kommenden Gegner in der Halle klar: „Aufgepasst die „SIEBEN“ haben was zu bieten!“.

Im zweiten Spiel des Samstages kam es dann zur ersten der drei Aufeinandertreffen mit Teams aus Holland. Die Mannschaft von Groene Ster war ein ganz anderes Kaliber wie zuvor Bergedorf. Körperlich robust und die Bank mit zahlreichen Wechselmöglichkeiten bestückt. In der Anfangsphase lagen die TSG Mädels schon 0:6 zurück, doch dann versetzten die „SIEBEN“ die ganze Halle in Staunen. Wie ein Tornado überfuhr man die holländischen Kontrahentinnen und gewann diese Partie nach einer verschlafenen Anfangsphase noch mit 14:11 Toren. Diese Aufholjagd hatte schon recht viele Körner gekostet, aber ab diesem Zeitpunkt war man – zumindest bei den deutschen Mitstreitern – schon das Team der Herzen.

Mit Spannung fieberte man nun der Partie mit der Handbalschool Zuid-Limburg gegen einen der stärksten Gruppengegner entgegen. Jedem im Team war bewusst, noch ein Sieg, und das Halbfinale wäre so gut wie erreicht. Aber es stellte sich die Frage, ob der Akku der TSG Mädels noch Saft hatte, um auch diese nächste Hürde noch erfolgreich zu nehmen. Auch die Handbalschool Zuid-Limburg stellte eine sehr kompakte und robuste Truppe. Es entwickelte sich eine packende und kampfbetonte Partie. Es stand einiges auf dem Spiel und der Ton auf dem Spielfeld wurde nun sichtlich rauer. Erstes Opfer war dann Elena Winnewisser, die mit offener Wunde am Knie nach Anweisung des Schiris kurzzeitig zur Behandlung das Feld verlassen musste. Somit die TSG für wenige Minuten in Unterzahl. Aber was die Mädels da abzogen war einfach grandios. Man gab auch in Unterzahl nicht klein bei, obwohl die Kräfte immer mehr schwanden. Nachdem Coach Gerbershagen Elena Winnewisser zusammengeflickt hatte, ging es dann wieder in Gleichzahl auf die Zielgerade dieser vorentscheidenden Partie zum Erreichen des Halbfinales. In einem packenden Finish, besiegte man dann auch das zweite Team aus Holland mit 14:11 Toren. Alle Spielerinnen wurden nach dem Spiel von den mitgereisten „Blue & White Supporters“ und mittlerweile auch den hinzugewonnen Fans der anderen Teams gefeiert. Die Leistung ohne Auswechselspieler zog so langsam ihre Kreise und machte auch in der anderen Halle seine Runde. Nach dem Match dann allerdings Schwerstarbeit für die medizinischen Abteilung, Wunden pflegen war angesagt. Fast jede Spielerin erlitt in dieser zum Teil sehr harten Partie, einige Blessuren. Auch die Eltern halfen fleißig mit, besorgten Eis um die blauen Flecken zu kühlen und reichten Obst und Getränke.

Nun ging es im letzten Spiele der Vorrunde um den Gruppensieg gegen das Team vom Bergischen HC. Beide Teams waren noch verlustpunktfrei, einen Unterschied gab es jedoch in dieser Partie doch noch, die TSG mit „SIEBEN“ und der Bergische HC mit 14 Spielerinnen zur Auswahl. Eigentlich konnte keines der TSG-Mädels mehr, der Akku schon restlos leer, einige von Krämpfen geplagt. Doch man schwor sich vor der Partie noch einmal ein. Man wollte nun auch dieses Spiel, egal wie, noch gewinnen. Beide Teams hatten sichtlich Körner über den langen Turniertag gelassen und zunächst dominierten viele technische Fehler und unkonzentrierte Abschlüsse diese Partie mit finalem Charakter. Der Bergische HC lag anfangs immer mit zwei oder drei Toren vorne. Coach Gerbershagen permanent an der Außenlinie unterwegs um seine Mädels zu pushen, er wusste um die Situation seiner Truppe. Ein größeren Rückstand würden seine tapferen Kämpferinnen nicht mehr aufholen können. Die Fans auf den Rängen gaben alles, der Lärmpegel stieg und nun gesellte sich auch noch die Unterstützung anderer Handballfans in der Halle hinzu. Die tolle Abwehrarbeit der TSG gab in der spannenden Endphase den Ausschlag. Der Bergische HC machte Fehler, es gab einfach keine Schlupflöcher im Abwehrriegel der Weinstädter. Zielstrebig setzte die TSG bei Ballgewinn nun zum Gnadenstoß in dieser Partie an und gewann am Ende unter dem Jubel der Fans, verdient mit 16:13 Toren.

Gruppensieg! einfach große Klasse! Riesen Kompliment aus den Reihen des Bergischen HC. Der Trainerkollege zollte der TSG Wiesloch für diese tolle Leistung an Tag 1 des Hanse Cups 2019 seinen größten Respekt. Auch aus den Reihen des Turnierveranstalters wurde die TSG nur mit Lob überschüttet. Jede Spielerin schleppte sich mit letzten Kräften unter die Dusche, um dann die Heimreise in die Unterkunft in der City Hamburgs anzutreten. Nach kurzer Regenerationsphase im Hostel war dann noch zum Teamabend ins Hard Rock Cafe im Herzen von Hamburg geladen. Einem gemütlichen und lustigen Abend im Kreise der Mannschaft folgte dann um Mitternacht noch ein Highlight! Sina Golla wurde mit einem „Happy Birthday….“ im 17. Lebensalter willkommen geheißen. Auch die Eltern gesellten sich dann in der Lobby vom Hostel noch zur Feiergemeinde hinzu, ehe sich dann die müden Heldinnen zur lang ersehnten Bettruhe beförderten.

Wettkampftag zwei. Die Beine der „SIEBEN“ trugen schwer zum Frühstücksbuffet. Dem Trainer stellte sich die Frage: Was geben die geschundenen Knochen für das Halbfinale gegen die nächste holländische Auswahl H.V. Hellas noch her? Reicht die Kraft noch für eine nächste Sensation? Um 13 Uhr lief dann das Team wieder in altbekannter Wirkungsstätte der Sporthalle Sander Tannen ein. Die HF-Gegner hatten sich auch schon bei herrlichem Wetter auf dem Vorplatz eingefunden. Jeder durfte Teil haben an der Tanzveranstaltung, genannt „Aufwärmprogramm“, der Helenen. In schillernden Farben von NEONGELB und NEONPINK legten die Holländer eine tolle Tanzchoreografie auf den sonnenüberfluteten Vorplatz der Halle ein, was aber den Akteurinnen aus Wiesloch nur ein müdes Lächeln abgewinnen konnte. Coach Gerbershagen packte alle Ressourcen der Motivation noch einmal aus und erklärte seiner „SIEBEN“, was er von solchen Vorstellungen hält. Er nahm die Mädels mit ins Boot, gab ihnen noch einmal die richtige Dosis Motivation gegen solche Gegner mit auf den Weg! Schließlich war es nur noch ein Spiel bis zum Finale. Jedoch sahen sich die schon recht geschunden Körper der TSG Mädels zum wiederholten Male einem weitaus körperlich überlegenen Gegner gegenüber. Der Vorteil war auch bei Hellas die gut gefüllte Bank, nun gesellte sich auch noch eine überdimensionale Packung an Härte dazu.

Wie weit würden die Kräfte noch reichen? Dies war die entscheidende Frage vor und während der ganzen Partie. Die Fans gaben Gas und die Fangemeinde wurde wieder ein Stück größer. Die Mädels vom Bergischen HC schlossen sich nun dem Fanlager der Wieslocher an. Auf diesem Wege möchte sich die TSG Wiesloch noch einmal bei den Mädels vom Bergischen HC und ihrem Anhang für die tolle Unterstützung, gerade auch im Finale bedanken. Ihr seid einfach SPITZE! Die Partie war geprägt von einer wahren Abwehrschlacht. Hellas zunächst mit einer 2:0 Führung, die Wiesloch wieder egalisierten konnte. Hellas dann wieder 4:2 in Führung, es waren aber immerhin noch 15 Minuten auf der Uhr zu spielen. Coach Gerbershagen peitschte stimmgewaltig sein Team immer wieder und wieder an. Teilweise schleppte sich die „SIEBEN“ nur noch zurück in die Abwehr. Der unbändige Wille dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen, trieb das Team aus Wiesloch bis kurz vor dem Ende an. Als eine Minute vor dem Ende der 5:4 Führungstreffer gelang, rasteten die Fans der Wieslocher vollständig aus. Doch Hellas kam noch einmal in Ballbesitz und hatte die Möglichkeit zum Ausgleich und den damit verbundenen Siebenmeterschießen. Das Wieslocher Abwehrbollwerk warf sich mit allen erlaubten Mittel in die Angriffsbemühungen von Hellas. Die Uhr tickte für Wiesloch herunter. Die Holländer mussten nun einen Wurf aus der zweiten Reihe riskieren, weil sonst kein Durchkommen im Wieslocher Abwehrriegel zu finden war. Leichte Beute für Torfrau Sina Golla und die Uhr lief ab. ENDE und nach der Schlusssirene bebte ein Jubelorkan durch die Sporthalle Sander Tannen. Kaum noch Kraft zum Jubeln, aber trotzdem strahlende Gesichter der „SIEBEN“ nach dem Einzug in das Finale des Hanse Cups 2019. Anschließend war Regeneration und Blessurenpflege bis zum Finale am späten Nachmittag angesagt.

Da alle Spielerinnen ihre Körner sparen sollten, wurde der Umzug in die Finalhalle, vom Shuttleservice der Eltern organisiert. Finalort dann die Sporthalle am Ladenbeker Furtweg. Die Mädels und ihr Coach steckten vor dem Finale noch einmal die Köpfte zusammen, die taktische Marschroute wurde ausgeklügelt und dann war es soweit! 17:30 Finale Hanse Cup 2019 zwischen der TSG Wiesloch und dem SV Puschendorf, die unsere Freunde vom Bergischen HC im anderen HF besiegen konnten. Die beiden besten Teams des Turniers, liefen unter dem tossenden Beifall der packe vollen Sporthalle ein. Die „Blue & White Supporters“ und das Team vom Bergischen HC feierten die „SIEBEN“ mit lautstarken Gesängen.

Die Wieslocher Mädels begannen sehr konzentriert. Stabil im Deckungsverband und im Angriff sehr zielorientiert. 3:0 lag man in Führung, das Fanlager traute seinen Augen nicht, was die Mädels in die Halle zauberten. Puschendorf kam jedoch zurück und drückte auf das Tempo, man wusste ja, welche Substanz die Wieslocher in den vorangegangenen Spielen haben lassen müssen. Wechseln war ja nicht möglich. Puschendorf gelang sogar eine 5:3 Führung. Coach Gerbershagen gab alles, versuchte von der Bank aus die Mädels immer bei Laune zu halten, feuerte an was die Stimme noch her gab, mit dem Gedanken, nur nicht den Willen seiner Schützlinge versiegen zu lassen. Immer wieder die Aufforderung zu kämpfen und die Ansage von Konzepten, auch wenn die Beine und der Kopf nicht mehr so recht wollten. Doch die „SIEBEN“ bissen auf die Zähne und gingen wieder mit 2 Toren in Führung. Die Partie nun auf der Zielgeraden, die Kräfte eigentlich nicht mehr vorhanden, daher wurden auf beiden Seiten einige klare Torchancen nicht genutzt. Als kurz vor dem Ende dann der 13:10 Treffer für Wiesloch fiel, fing das Fanlager auf der Tribüne schon an zu feiern. Dann war es soweit! Schlußfanfare und das Unfassbare trat nun wirklich ein. Die „SIEBEN“ aus Wiesloch hatten es tatsächlich geschafft, den Turniersieg beim Hanse Cup 2019 zu holen. Was für eine Leistung. Trainer Gerbershagen, sein Team und die Fans lagen sich in den Armen. Auch die eine oder andere Freudenträne wurde auf Grund dieses tollen Erfolges vergossen.

Jedoch trübten zwei Personalien etwas die Feierlaune. Für N. Weschenfelder war dieses Finale gleichzeitig die Abschiedsvorstellung aus Wiesloch. Sie wird in der kommenden Runde für die TSG Friesenheim an den Start gehen. Auch Regina Veith wird die nächste Runde wieder in ihrem Heimatverein auf Punktejagd gehen. Auf diesem Weg, vielen, vielen Dank für euer Engagement und viel Glück für die Zukunft. Im Anschluss fand dann die Siegerehrung dieses tollen Handball-Events statt. Als die Mädels als Cup Gewinner aufgerufen wurden, gab es von allen Seiten in der Halle ob der tollen erbrachten Leistung einen minutenlangen Beifallsregen. Der Name Wiesloch, wurde würdevoll in der internationalen Jugend-Handballwelt präsentiert. Nach der Feierzeremonie begab man sich wieder zurück in die Unterkunft in der City von Hamburg, wo dann am Abend im Nachtleben der pulsierenden Stadt der Turniersieg noch etwas gefeiert wurde. Am Ostermontag trat man dann nach einem gemeinsamen Frühstück wieder die Heimreise nach Wiesloch mit dem Pokal des Turniersieges im Hanse Cup 2019 im Gepäck an. Das Resümee dieses Osterevents der „SIEBEN“, es zeigte mal wieder, was Wille und Gemeinschaft für Berge versetzen können, um am Ende wenn alle zusammen im gleichen Boot sitzen, den lohnenden und gerechten Erfolg zu ernten!

Mit sportlichem Gruß
Team wB TSG Wiesloch

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