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Abu Dhabi war eine Reise wert

Zwei „Wiesel-Spielerinnen“ bei den Special Olympics mit dabei – Jutta Wallenwein jetzt auch Nationaltrainerin

Wiesloch. (hds) Zwei Wochen voller Abwechslung, bleibende Erinnerungen im Reisegepäck auf dem Heimflug und sogar ein vierter Platz konnte erspielt werden. Bei den Special Olympics World Games Abu Dhabi 2019, den Weltspielen für Menschen mit geistiger Behinderung, war das Team aus Deutschland mit mehr als 160 Sportlerinnen und Sportler vertreten, hinzu kamen die jeweiligen Trainerinnen und Trainer sowie die Betreuer. Aus Wiesloch mit dabei waren Jasmin Bokalawska und Monika Verma, beide spielen bei den „Wieseln“, dem Inklusionsteam bei der TSG Wiesloch, Handball. Und beide Damen hatten aus ihrem persönlichen Umfeld die beste Unterstützung, denn mit Jutta Wallenwein hatten sie ihre Trainerin an ihrer Seite, war doch Wallenwein im Vorjahr mit ins Trainerteam der Nationalmannschaft aufgenommen worden.

„Wir haben hier viel erlebt. 45.000 Besucher im Stadion bei der Eröffnungsfeier in Abu Dhabi, eine perfekte Organisation und liebenswerte Gastgeber“, berichtete jetzt Wallenwein nach der Rückkehr aus dem Emirat. Im Vorfeld waren die sportlichen Erwartungen eher zurückhaltend. „Viele Mannschaften aus anderen Ländern sind da schon weiter, da sie häufiger und bereits länger zusammenspielen. Wir hatten eigentlich nur ein Trainigscamp zur Vorbereitung“, so Wallenwein. Dennoch: beim Spiel um den dritten Platz wurde gekämpft, am Ende stand jedoch eine 3:5 Niederlage gegen Indien auf der Anzeigentafel. Das deutsche Handballteam absolvierte insgesamt elf Spiele, eingerechnet dabei die Qualifikationsvorrunde. „Tolle Voraussetzungen und dies umfasste nicht nur die Spielstätten, sondern auch das Rahmenprogramm“, zeigte sich die Wieslocherin, die ihr Amt gemeinsam mit zwei anderen Personen an der Spitze des Nationalteams ausübt, beeindruckt. Besuche am Strand, Teilnahme an Empfängen, sogar ein Gesundheitscheck „Auf Herz und Nieren“ wurde angeboten nebst kleinen Geschenken nach den Untersuchungen.

Zudem spielte das Wetter mit. „Wir hatten immer so zwischen 25 und 30 Grad“, meinte Thorsten Wallenwein, der privat mit nach Abu Dhabi gereist war. Er ist mit als Trainer bei den „Wieseln“ aktiv und inzwischen ist auch der älteste Sohn in die Fußstapfen der Eltern getreten. Er coacht eins der inzwischen drei „Wiesel-Teams“.

Zusammengesetzt hatte sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft aus Spielerinnen, die aus Wiesloch, Bremen und Sachsen kamen. Entsprechend hat man auch die Trainer ausgesucht, denn die persönliche Beziehung spielt eine entscheidende Rolle. Jutta Wallenwein, die selbst mal in der Verwaltung der Kurpfalzwerkstatt, bei der die beiden „Wiesel“ aktiv sind, gearbeitet hatte, setzte im November 2014 ihre „seit langem gehegte Idee“, eine Inklusionsmannschaft zu bilden, in die Wirklichkeit um. „Inzwischen sind es 40 Kinder und Erwachsene, die sich bei uns auf unterschiedlichen Ebenen sportlich betätigen. Aber natürlich steht der Handball im Vordergrund“. Wallenwein, selbst engagierte Handballerin und seit vielen Jahren am Spielfeldrand als Trainerin tätig, hat gerne und mit viel Begeisterung die Herausforderung angenommen. Es geht alsbald weiter, zunächst mit einem Turnier in Durlach und im Juni reisen die Wiesel zu einem Wettbewerb nach Österreich. Davor nimmt eine Wiesel-Auswahl noch am diesjährigen Stadtlauf der TSG Wiesloch am 28. April teil.

In vier Jahren darf dann getrost der Freudengesang der Fußballfans bei den Pokalspielen aufgegriffen werden. Denn das „Wir fahren Berlin“ ist dann nicht nur Wunschdenken, sondern Realität, finden doch die kommenden Special Olympic Games 2023 in der Bundeshauptstadt statt.

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